Eurythmische Form

Eurythmie ist eine Bewegungskunst in der geistig-seelisch Erlebtes direkt im Raum sichtbar werden kann. Die eurythmische Gestaltung der Zeit und des Raumes, der sich besonders die Ureurythmistin Annemarie Dubach-Donath gewidmet hat, sollte ein wichtiger Bestandteil eines Eurythmiestudiums sein.

Das Verhältnis zum Raum verändert sich im Eurythmiestudium auf vier Stufen:

  • Den gegebenen Raum abschreiten. Eine Eurythmieform gestalten - der plastische Raum.
  • Die Eurythmieform als inneren, gestimmten Raum erleben - Seelenraum.
  • Die Eurythmieform als lebendige Realität erleben.
  • Auf der letzten Stufe wird die Form Ausdruck des Inhalts.

Jede eurythmische Aufführung verwendet eine Form, die heute oft als Choreographie bezeichnet wird. Durch die Form erscheint das musikalische oder sprachliche Kunstwerk im Raum. Bei der Entwicklung der Form steht das Kunstwerk  im Mittelpunkt.

Wird statt Form das Wort Choreographie benutzt, wird dadurch auf ein mehr äußerliches Verhältnis, wie im Ballett,  hingewiesen.

Ihr Ideal bezüglich der Eurythmieform beschreibt eine der ersten Eurythmistinnen wie folgt:

„So kann man sich vorstellen, daß einmal in der Zukunft eine Stufe der Eurythmie erreicht sein wird, … in der also diese Form-Bewegung gar keine Ausdehnung im Raum mehr bean­sprucht, sondern aus der menschlichen Gestalt selber abzu­lesen sein wird, … so daß jeder Teil der Form, jede Wellenlinie, jeder Bogen, jede Zacke oder Schleife durch die Gestalt selber vibriert, wellt und sich bewegt“ (Dubach-Donath 1983:20).[1]

Literaturhinweise

[1] Annemarie Dubach-Donath: Die Kunst der Eurythmie. Methodische Erweiterungen der ‚Grundelemente. Philosoph.-Anthrosoph. Verlag, Dornach 1983. Vergriffen - nur noch antiquarisch erhältlich.